Grenzstein Nr. 155
Der Grenzstein 155 am Rand des Dorfes Niew Schoonebeek markiert die Teilung eines Gebiets, das Jahrhunderte lang als gemeinsames Weidegebiet niederländischer und deutscher Bauern genutzt wurde. Von beiden Seiten trieben sie ihre Rinder zu den Niedermoorwiesen am Flüsschen Aa. Gehütet wurden die Tiere von Hirten, die in Viehhütten mitten im Moor lebten. Diese „Booen“ lassen sich also mit Almhütten vergleichen.
Eine dieser Hütten ist in der Nähe von Grenzstein Nr. 155 erhalten: „Wilms Boo“ wurde um 1654 errichtet, durch einen Brand 2004 zerstört und 2008 nach historischem Vorbild neu aufgebaut, das heißt: Dach und Wände bestehen aus Reet.
Da die Schoonebeker Bauern die Weide im 18. Jahrhundert offenbar intensiver nutzten als ihre deutschen Nachbarn, befürchtete der Fürstbischof von Münster Gebietsverluste. Er ließ die Moorkolonien Hesepertwist (1784) und Rühlertwist (1788) gründen, um seine Grenzen zu sichern. Erst das Grenztraktat von Meppen legte 1824 die endgültige Teilung des bis dato gemeinsamen „Twist-Gebiets“ fest.