Über das Wasser nach Schoonebeek
Am 30. August 1932 lautete eine Zeitungsüberschrift:
„Am Samstagnachmittag trafen hier drei Schiffe mit Pflasterklinkern für die Befestigung des Oostersebos und des Middendorp ein.“
Doch wie sollte das möglich sein, mag man sich fragen – Schoonebeek hatte doch gar keinen Hafen? Im Jahr 1932 jedoch sehr wohl, und die drei in dem Zeitungsartikel erwähnten Schiffe waren zugleich die ersten, die dort anlegten. Die Frage lautet also: Wo befand sich dieser Hafen?
Die Idee entstand in der Gemeinderatssitzung vom 27. Juli 1923 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Norbruis als Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung. In Schoonebeek herrschten zu jener Zeit große Armut und ein erheblicher Mangel an Arbeitsplätzen. Ursprünglich sah der Plan den Bau einer Straße (der Beekmanweg) mit einem daneben verlaufenden Kanal vor. Diese Wasserstraße sollte neben der Niederländisch‑Reformierten Kirche (der heutigen Dorpskerk) mitten im Ortszentrum von Schoonebeek enden und ein Abzweig des Oud‑Schoonebeker Veenschapskanaals (heute Kanaal A) sein. Die Kosten erwiesen sich jedoch als zu hoch, sodass das Projekt zunächst auf Eis gelegt wurde. Der Beekweg wurde dennoch angelegt und besteht – in alter und neuer Form – bis heute.
Bürgermeister Norbruis ließ jedoch nicht von seinem Kanalplan ab. Am 22. Dezember 1928 beschloss der Gemeinderat schließlich den Bau eines Kanals einschließlich Straße, Treidelpfad, Hafen und Ladeplatz östlich des Oostersebos („das Oosteinde“) als Abzweigung von Kanaal A.
Der Gemeinderat Lefert Hekman stellte das benötigte Grundstück der Gemeinde zur Verfügung. Am 27. August 1932 wurden der Hafen und der 1.830 Meter lange Kanal feierlich eröffnet. Der Kanal wurde nach dem großzügigen Stifter benannt und erhielt den Namen Hekmanswieke. Bürgermeister Norbruis hielt bei dieser Gelegenheit eine Ansprache, woraufhin sich alle Gäste zu Fuß zum Kanaal A begaben, um dort an Bord eines der drei Schiffe zu gehen, die mit Pflastersteinen für die Befestigung von Middendorp, Westersebos und Oostersebos beladen waren. Schoonebeek war nun offiziell über den Wasserweg erreichbar – über die Hekmanswieke.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kanal intensiv für den Transport von Material genutzt, das für den Beginn der Erdölförderung im Schoonebeker Ölfeld benötigt wurde. Im Laufe der 1950er‑Jahre verlor die Wasserstraße jedoch zunehmend an Bedeutung, da immer mehr Transporte über die Straße abgewickelt wurden. Im Jahr 1962 wurden daher ein Teil der Hekmanswieke sowie der Hafen zugeschüttet.
Heute muss man genau hinschauen: Der ehemalige Hafen ist inzwischen ein kleiner Wald mit Eichen. Bei aufmerksamer Betrachtung sind jedoch noch die Umrisse des Hafenbeckens erkennbar. Die Hekmanswieke besteht aus zwei Abschnitten. Der erste Teil bis zur Valendisweg ist verfüllt; der zweite Abschnitt bis zum Kanaal A ist bis heute in seinem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben und erinnert an vergangene Zeiten.