Schoonebeek – eines der ältesten Torfabbau-Dörfer Drenthes
Es war einmal ein schönes Mädchen namens Rebeke. Sie stammte aus Noordbarge und soll ungewollt schwanger geworden sein, weshalb sie vom Volksgericht verbannt wurde. Sie zog in das Moorgebiet und brachte ihr Kind auf einem bewohnbaren Sandrücken zur Welt. Der Geburtsort des Kindes der schönen Rebeke wurde seitdem Schoonebeek genannt.
Natürlich handelt es sich dabei um eine alte Sage über die Entstehung eines der ältesten Torfabbau-Dörfer Drenthes. Schoonebeek wurde nämlich zwischen 1300 und 1333 als Veenontginningsdorf gegründet und erhielt seinen Namen von dem „schönen Bach“, der dort über den sandigen Untergrund floss. Der Bach fiel besonders auf zwischen all den schwarzen Moorseen und Wasserflächen in der Umgebung.
Schoonebeek war ursprünglich in vier Teile gegliedert: Westerse Bos, Kerkeind, Middendorp und Oosterse Bos. Bis 1952 hieß es jedoch noch Oud-Schoonebeek; im Volksmund der Drenther „Skoonebeek“ oder „Aold-Skoonebeek“. Das Schoonebekerdiep, das direkt entlang des Dorfes verläuft, bildet zugleich die Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland.
Die Landschaft in und um Schoonebeek war geprägt von geraden Linien mit zahlreichen (gegrabenen) Gräben und Bächen sowie viel Streubebauung. Diese landschaftlichen Merkmale sind bis heute gut auf Luft- und Satellitenbildern zu erkennen.
Die Bataafsche Petroleum Maatschappij entdeckte 1943 in den Erdschichten unter dem Dorf ein Ölfeld. Dieses wurde von der Nederlandse Aardolie Maatschappij (NAM) ausgebeutet, wodurch Schoonebeek stetig wuchs. Bis 1996 wurden rund 250 Millionen Barrel Erdöl mit den sogenannten „Pferdekopfpumpen“ (Ja knikkern) gefördert. Das Öl wurde nach der Förderung per Bahn über den Bahnhof Schoonebeek transportiert. Es war das größte Ölfeld der Niederlande und sogar eines großen Teils Europas. Öl war damals sehr kostbar, da es sowohl als Brennstoff als auch als Rohstoff für Kunststoffe genutzt wurde. Das Dorf wuchs rasant, und viele Arbeiterhäuser wurden für die NAM-Beschäftigten gebaut. Die Häuser an der Julianalaan, der Norbruislaan, der Hankenhofweg und die reformierte Kirche wurden vom Architekten Arno Nicolaï entworfen.
Ab 1996 wurde die Ölförderung eingestellt, da das geförderte Gemisch nur noch zu 5 % aus Öl und zu 95 % aus Salzwasser bestand. Die Pferdekopfpumpen wurden abgebaut, und die Landschaft gewann ihr ursprüngliches Gesicht zurück. Nur wenige Jaknikkers sind noch in und um Schoonebeek zu sehen, darunter einer im Ortszentrum. Dieser ist inzwischen ein Rijksmonument. Weitere Überreste stehen am Ortsrand, sind jedoch stillgelegt.
Bis Juli 1884 gehörte Schoonebeek zur Gemeinde Dalen. Dann wurden beide getrennt, und Schoonebeek wurde eine eigenständige Gemeinde. Seit 1998 gehört Schoonebeek zur Gemeinde Emmen.
In Westersebos, Oostersebos und Middendorp stehen noch ursprüngliche alte Bauernhöfe. Sie lassen einen in die „gute alte Zeit“ zurückkehren und stehen heute unter Dorfdenkmalschutz. Außerdem ist Schoonebeek der einzige und damit letzte Ort in den Niederlanden, an dem man noch eine sogenannte „boô“ sehen kann – eine alte sächsische Viehhütte, in der niederländische und deutsche Hirten im Sommer mit ihrem Vieh wohnten.
Die ehemaligen Fabrikgebäude der N.V. Oud-Schoonebeeker Turfstrooiselfabriek und der Veenderij A. Veldkamp-Erica stehen noch und werden heute als Gastronomiebetrieb genutzt – das Turfcafé.