EMM057 - Molen van Borker

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7891 GL Klazienaveen

Naturpark Naturpark Moor/Veenland

Mühle von Borker
Text: Barbara van den Ham
 
An der Ecke Langestraat und Molenwijk WZ stand einst eine beeindruckende Bockwindmühle, die Mühle von Borker. Die Firma Hubert en ten Brink aus Coevorden begann 1905 an dieser Stelle mit dem Bau dieser gebrauchten, reetgedeckten, achteckigen Bockwindmühle. Zuvor stand diese Mühle jedoch in Kampen unter dem Namen „De Eendragt”.
 
Kampen: Im Juli 1796 wandte sich Nicolaas van Berkum Bijsterbos an die Stadtverwaltung von Kampen, um mitzuteilen, dass er am südlichen Rand der Stadt, außerhalb des Venepoort, eine (zweite) Sägemühle bauen wolle. Er war nicht nur Mitglied des Provinzparlaments von Overijssel, sondern auch als Unternehmer im Holzhandel und in der Sägeindustrie tätig und betrieb außerdem eine Ziegelei in der Gemeinde IJsselmuiden. Van Berkum Bijsterbos erhielt daher ohne Probleme die Genehmigung und baute die Paltrokmühle De Eendragt.

Die Eendragt wurde am 2. Mai 1843 an J.H. Nijhuis verkauft, der sogar ein Bild der Mühle auf seinem Briefpapier hatte. Um 1865/66 wurde die Mühle umgebaut oder (teilweise) durch eine achteckige Obermühle ersetzt.
 
Am 4. September 1896 verstarb der Eigentümer H. Nijhuis, woraufhin die Verwaltung der Mühle und der Werft in die Hände von W.P.J. Nijhuis überging. Im Jahr 1904 wurde jedoch in der Fachzeitschrift „De Molenaar” eine Anzeige geschaltet, in der die Mühle zum Abriss zum Verkauf angeboten wurde.
 
Es entstand ein Plan, De Eendragt abzureißen und in Barger-Oosterveen, dem heutigen Klazienaveen, wieder aufzubauen, allerdings als Getreidemühle. Der Käufer und neue Eigentümer war A. Klein Staarman, wohnhaft in Slagharen und von Beruf Torfstecher. Am 18. November 1904 reichte er beim Bürgermeister und den Beigeordneten von Emmen einen Antrag auf eine Baugenehmigung ein. Sein Plan war es, die Mühle auf der Südseite des Echtenskanals zu errichten, 11 Meter von der Westseite des Hauptviertels entfernt (das noch neu angelegt werden musste). Außerdem sollte die Mühle mit zwei Paar Mahlsteinen ausgestattet werden. Dem Antrag auf Baugenehmigung wurde eine sehr genaue Zeichnung beigefügt, ohne die beiden (für die Sägemühle so charakteristischen) angebauten Scheunen, die in Kampen gebaut worden waren. Diese waren offenbar für die Lagerung nicht mehr interessant.

Am 30. Januar 1905 erteilten der Bürgermeister und die Stadträte nach einer positiven Stellungnahme die Genehmigung für den (Wieder-)Bau der Mühle an dem angegebenen Standort. Der Abriss von De Eendragt in Kampen erfolgte nach Erteilung der Genehmigung in Emmen. Die Firma Hubert en ten Brink aus Coevorden hat vermutlich De Eendragt in Kampen abgerissen und auch den Wiederaufbau in Klazienaveen durchgeführt. Der Eigentümer A. Kleine Staarman vermietete die Mühle an den ersten Müller von Klazienaveen, Gerard Gerritsen. Dieser kam am 22. April 1905 nach Bargeroosterveen, zog aber 1908 nach Heerde. Albertus Fackler aus Dalen war der Nachfolger von Gerritsen und verwaltete die Mühle bis 1911. Danach wurde Jan Harms Hazelaar aus Onstwedde Müller.
 
Im Laufe der Zeit wurde der Mühlenbetrieb um eine mechanische Mahlkapazität erweitert. Mitte 1916 kam Hermann Heinrich Borker, um die Getreidemühle am Laufen zu halten. Sein Name ist untrennbar mit dieser Getreidemühle von Klazienaveen verbunden. Noch heute spricht man immer von der „Mühle von Borker”.

Vermutlich im Jahr 1935 brach eine Flügelstange ab und riss beim Herabstürzen einen Teil der Konstruktion mit sich. In den folgenden Jahren stand die Mühle mit nur noch einer Flügelstange beschädigt da. Die Mühle wurde vernachlässigt, da nach dem Einbau eines Dieselmotors Windkraft überflüssig geworden war.

Am 1. Juli 1941 brannte die Mühle von Borker vollständig nieder und an der Stelle, an der einst die beeindruckende Mühle stand, wurde ein Silo gebaut und die Söhne von Hermann Heinrich, Johan Gerard und Johan Bernhard, übernahmen die Arbeit.

Das Einzige, was heute noch an die Mühle von Borker erinnert, sind die Straßennamen Molenwijk westseite, Molenwijk oostseite und der dazwischen liegende Kanal mit dem Namen Molenwijk.
 

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