De Berk
Diese imposante Mühle scheint ein Stück Geschichte von Barger-Compascuum zu sein, aber sie steht erst seit 1983 hier und ist daher noch recht jung. Allerdings gab es in der Nähe eine gut funktionierende Mühle.
Nachdem Barger-Compascuum 1886 als Torfkolonie gegründet worden war, wurden auch Menschen gebraucht, die alles andere als Torfstecher waren. Johan Herman Westen (1876-1883) war einer von ihnen. Am 14. September 1875 erhielt er vom Bürgermeister und den Stadträten von Emmen die Genehmigung, eine Windmühle mit Bäckerei zu bauen. Das Grundstück gehörte Jan Berend Wilken. Pastor Theodoor Klaver finanzierte das gesamte Projekt. Auf einem Pfahlfundament und einem Holzunterbau wurde damals eine achteckige Bockwindmühle ohne Gerüst gebaut. Weil das Pfahlfundament absackte, wurde es später durch ein Steinfundament ersetzt. Da die Mühle bereits in voller Pracht stand und der Austausch des Fundaments zu dieser Zeit einige Probleme mit sich brachte, stand die Mühle nach der „Verbesserung” nicht mehr im Lot. Die Außenseite des Rumpfes war mit Asphaltpapier verkleidet, was zu dieser Zeit üblich war.
1883 verkauft Johan Herman Westen die Mühle an seinen Pächter Johan Bernhard Wilken (1883-1920), der sie später an seinen Sohn Johan Gerard Wilken weitergibt. Um 1920 wird die Mühle an den Bäcker J.C. Eilering verkauft. Die Familie Eilering lebte bereits vor 1900 in Barger-Compascuum und stammte ursprünglich aus Emlichheim. Die Familie war seit jeher als Müller, Bäcker und Ladenbesitzer tätig. Eilering hielt die Mühle daher bis 1936 in Betrieb. Ab diesem Jahr stand die Mühle still. Der Grund dafür war laut Eilering: „Durch die fortschreitende Torfgewinnung in der Umgebung wird nicht mehr genug Getreide angebaut”. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs brannte dann auch noch das Wohnhaus mit Bäckerei bis auf die Grundmauern nieder, wurde aber auf einem weiter westlich gelegenen Grundstück wieder aufgebaut.
Das Dorf befürchtete, dass die Mühle nicht mehr genutzt werden könnte, weshalb der Vorsitzende und der Sekretär des örtlichen Vereins (L. Lubbers und R.A. Zwake) 1929 einen Brief an die Vereinigung „De Hollandsche Molen” in Amsterdam schrieben. Dieser 1923 gegründete Verein setzte sich dafür ein, den damals stattfindenden groß angelegten Abriss von Wind- und Wassermühlen zu verhindern. Sie schrieben: „Auch Barger-Compascuum besitzt eine solche Mühle, wie uns mitgeteilt wurde (...), wodurch ein schönes Stück des sogenannten „Oude Compas” verloren geht, was für unseren Ort schade ist, da die Mühle das Einzige ist, was erhalten bleiben kann, da alles hier auf dem Obermoor steht und somit alles, was hier steht, irgendwann verschwinden muss”. Außerdem fragten sie, ob ein eventueller Kauf und Erhalt zu den Möglichkeiten gehören könnte. Der Verein möchte zunächst mehr darüber erfahren und hält sich zurück, da es bereits so viele gibt, die dasselbe fragen.
Die Mühle wurde 1936 erneut „zum Abriss” zum Verkauf angeboten, und die Firma Fokkens en Venema aus Wildervank wurde der neue Eigentümer. Als jedoch 1941 bei der Hollandsche Molen ein Antrag auf eine Abbruchgenehmigung einging, war es für die Mühle bereits zu spät. Die ausführliche Beschreibung des schlechten Zustands der Mühle, die bereits seit 1936 stillstand, machte deutlich, dass es sich um einen hoffnungslosen Fall handelte. Der Direktor des Bauamtes fügte seinem Bericht noch einen zusätzlichen Satz hinzu: „Wir müssen uns mit dem Verschwinden einer weiteren Mühle abfinden”. Die alte, baufällige Mühle wurde dann 1943 abgerissen.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Dorfes kam man auf die Idee, Merkmale des alten Dorfes für die Nachwelt wieder aufzubauen. Aus dieser Idee entstand das Moor-Museumdorf „'t Aole Compas”. Innerhalb dieses Museumdorfes wurde auch eine (kleine) Mühle gebaut, die jedoch bei weitem nicht an das ursprüngliche Modell heranreichte. Das Gelände des Museumsdorfes wurde immer größer und bald lag auch der Ort, an dem früher die ursprüngliche Mühle stand, innerhalb des Museumsdorfes, woraufhin die Idee entstand, neben all den anderen Gebäuden auch wieder eine echte Windmühle zu bauen.
Zu dieser Zeit stand in Deutschland, in Drantum, Landkreis Cloppenburg, eine achteckige Bockwindmühle (aus dem Jahr 1860) zum Verkauf, die ungefähr so alt war wie das Dorf Barger-Compascuum. Diese Mühle, die von Müller Bökkers gekauft wurde, sollte nach Raalte gebracht werden, aber dieser Plan wurde nicht umgesetzt. Nachdem die Mühle 1979 in Deutschland abgebaut und in die Niederlande transportiert worden war, wurde sie nach dem Scheitern der Pläne in Raalte 1981 an das Moor-Museumdorf weiterverkauft. Dort wurde die Mühle 1983 wieder aufgebaut, in der Nähe der Stelle, an der einst die ursprüngliche Mühle aus dem Jahr 1875 stand, und erhielt den Namen „de Berk”.
Diese stolze achteckige Bockwindmühle diente als Getreidemühle und hat einen Steinsockel und ein Reetdach. Bis 2009 drehten sich die altniederländischen Flügel noch regelmäßig, aber leider ist das heute nicht mehr der Fall. Außerdem hat die Berk einfache, weiß gestrichene Bereiche mit roter Einfassung. Darauf stehen die Inschriften „1860” (ursprünglicher Bau in Drantum, Deutschland), „1983” (Wiederaufbau in Barger-Compascuum) und darunter der Name „de Berk”.
Zusatz:
Herman Heinrich Veringa (1902-1984), auch Minne Veringa genannt, schreibt im Frühjahr 1940 das folgende Gedicht über „das letzte Stückchen Wald, das in Barger-Compascuum noch vorhanden war, in der Umgebung, wo einst die katholische Kirche stand”:
Scherp ketst de bijl in het eikenhout,
Sidderend bezwijkt hij, de reus van het woud,
Kreunend en krakend valt daar aan den grond,
Wat steeds was het sieraad van thans en voorheen,
Ten offer valt hij voor de ontginning van ’t veen.
Eens stond de kerk op het hooge veen,
Omringd door het bosch galmde ’t klokje daarheen,
Het Angulus over de heide en velden,
Riep allen ter kerke, ook liet het zich gelden,
Als een van haar kinderen het leven verloor
En voor eeuwig ter rust werd gelegd in het moor
Eens werd de boekweit tentoon gesteld
En trok met zijn volken de imker naar ’t veld
Van bloeiende bloemen en geurende heide,
’t Was herfst reeds, wanneer hij zijn volkeren scheidde,
Van ’t zoetste der schepping, waarop hij kon roemen,
Het heerlijkst der velden, de nectar der bloemen.
Eens draaide de molen hier rusteloos voort,
’t Eentonige lied werd er dagelijks gehoord,
Van morgen tot avond, zelfs diep in de nacht,
Werd ’t graan van den landman tot meel gebracht,
De mulder verkende met spiedende blik
De lucht en het zeil en was wat in zijn schik!
Eens stuwde de Runde haar water naar ’t Noorden,
En trad in de winter soms ver uit haar boorden,
Als koning Thialf dan het water deed stollen,
Zag men het veenvolk op d’ijsvlakte hollen.
En menige vader, stoer achter de slee,
Voerde het heele gezin met zich mee.
Thans eischt de ontvening, dat het alles verdwijnt,
En met haar ook het natuurschoon verkwijnt,
Doch ’t is voor korte tijd slechts verloren,
Daar weldra het vruchtbare land wordt geboren,
Dat schuil zat onder de heide en plas
En ten goede gaat komen aan Barger-Compas.