TWI044 - Eis schmilzt, Moor wächst

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Geopark Naturpark Moor/Veenland Naturpark Moor

Das Moor und seine Entstehungsgeschichte

Die gesamte Landschaft der norddeutschen Tiefebene ist geformt von den Gletschern der Eiszeit. Als ihre Eismassen wieder abtauten, hinterließen sie eine Unmenge Wasser. Auf diese Weise bildete sich eine weitläufige Fluss- und Seenlandschaft, deren Spuren bis heute sichtbar sind.  

Sobald das Eis verschwunden war, lag der Boden zunächst ungeschützt und offen da, was dazu führte, dass das Regenwasser viele nährstoffreiche und eisenhaltige Sedimente aus ihm herauslöste und beim Versickern mit sich in tiefere Bodenschichten führte. Wo sich diese Sedimente im Boden ansammelten, verklumpten sie schließlich und bildeten eine eisenharte, schwarzbraune Schicht von wasserundurchlässigem Ortstein.

Vor etwa 12000 Jahren wurde es nachhaltig wärmer. Die Gletscher und ihr Wasser waren inzwischen weit weg, Seen und kaum mehr versorgte Flussarme verschwanden oder verwandelten sich in Sümpfe, insbesondere dort, wo die Ortsteinschicht das Versickern des Wassers verhinderte. Dort im gestauten Wasser konnten abgestorbene Pflanzen sich nicht zersetzen, denn dazu brauchten sie den Sauerstoff der Luft. Und damit war die Voraussetzung für die Entstehung eines Moores gegeben. Die ältesten Moore in unseren Breiten sind demnach etwa 10-11000 Jahre alt.

Solange es Zugang zum Grundwasser hat, spricht man dabei von einem Niedermoor. Wächst das Moor jedoch über diesen Punkt hinaus und wird allein von Regenwasser versorgt, spricht man von einem Hochmoor, und das ist hier im Bourtanger Moor, dem ehemals größten Hochmoorkomplex in Mitteleuropa, der Fall.

Hauptverantwortlich dafür, dass ein Moor entsteht und wächst, ist das Torfmoos. Es wächst ohne Wurzeln als oberste Schicht. Stirbt es ab, beginnt es in dem sauerstoffarmen Milieu des Moores zu vertorfen und bildet damit die Grundlage für die nachkommende Schicht von Moosen. So wächst das Moor immer weiter in die Höhe – allerdings außerordentlich langsam! Ein Hochmoor wächst pro Jahr etwa einen Millimeter. Das heißt, eine Torfschicht von einem Zentimeter beinhaltet das Wachstum von etwa 10 Jahren, 10 Zentimeter etwa 100 Jahre, ein Meter entspricht damit dem Zeitraum von 1000 Jahren. Das heißt, weil es großflächig und nachhaltig Kohlenstoff einlagert, ist unser Moor, ein ganz wichtiger Verbündeter im Kampf gegen den Klimawandel.

Andererseits ist es ein einzigartiges Umweltarchiv. Das Moor verwahrt über Jahrtausende hinweg organisches Material, ob es sich dabei nun, besonders prominent, um Moorleichen handelt oder etwa um Holz von Bäumen, die vor vielen tausend Jahren hier gestanden haben, das sog. Kienholz. Es ist leicht erkennbar an seiner charakteristischen weißen Färbung. Wenn Sie danach Ausschau halten, werden Sie sicher ein solches Relikt aus vergangenen Zeiten finden! 

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Karte

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Autor

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
Ordeniederung 1
D-49716 Meppen

Organisation

Int. Naturpark Bourtanger Moor - Veenland e.V.
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