TWI047 - Der Stein der Weisen

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Naturpark Geopark Naturpark Moor/Veenland

Erdölförderung im Emsland

Erdöl ist gewissermaßen der „Stein der Weisen“. Vielleicht kennen Sie den Begriff aus den Harry-Potter-Romanen, wo er für ewiges Leben steht. Doch das ist eigentlich nicht der Kern der Sache. Eine antike Quelle beschreibt ihn folgendermaßen: „Dieser Stein, der kein Stein ist, dieses mehrgestaltige Ding, das keine Form besitzt, dieses unbekannte Ding, das jeder kennt“. Und da kommen wir der Sache schon deutlich näher! 

Erdöl ist ein extrem kostbarer Rohstoff, dessen Substanz sich in vielfältigster Weise verwandeln lässt. Benzin, Heizöl, Schmierstoffe werden Ihnen dabei zuerst einfallen. Zudem ist Erdöl Grundstoff vieler chemischer Produkte bis hin zu Medikamenten. Und natürlich ist Erdöl die Grundlage für Plastik, das meistverwendete Material unserer Zeit. Insofern scheint uns das Öl bei all seiner Wandelbarkeit hochvertraut. Aber über seine Herkunft wissen wir meist wenig.

Wir wissen vielleicht, dass es große Ölvorkommen in den USA gibt oder in Arabien. Aber dass auch bei uns welches im Boden liegt, ist meist unbekannt. Zugegeben, die Ölreserven des Emslandes sind mit denen in Texas kaum vergleichbar – aber ganz so gering sind sie nun auch wiederum nicht: Immerhin sind sie die ergiebigsten auf dem gesamten deutschen Festland! Die Frage ist jedoch: Wie kommen sie dorthin?
Die Gesteinsschichten unter unseren Füßen erzählen eine Geschichte, die viele viele Millionen Jahre zurückreicht. Große Teile des heutigen Norddeutschlands lagen einmal unter den Fluten eines urzeitlichen Meeres. Winzige Organismen, sog. Plankton, lebte darin. Sobald es abstarb, sank es in die Tiefe. Über Jahrhunderttausende sammelte sich auf diese Weise dort Material an. Da der Sauerstoff dazu fehlte, zersetzte es sich aber nicht, sondern verwandelte sich im Laufe der Zeit in ölige Kohlenwasserstoffverbindungen. Zu einer Zeit, in der das alte Meer, auf dessen Grund sie entstanden waren, schon längst nicht mehr existierte, sickerten sie in Sandsteinschichten ein, die einmal ein Strand gewesen waren, auf dem die Dinosaurier einst spazieren gingen. Wasserundurchlässige Tonsteinschichten, die darüber liegen, blockierten ein weiteres Aufsteigen, so dass unsere Ölvorkommen tief im Boden einlagern. 

Nach ersten verheißungsvollen Funden wurde Anfang der 40er Jahre des letzten Jhds. die Suche nach Erdöl im Emsland intensiviert. In 1500 m Tiefe wurde man fündig. Eine industrielle Förderung findet seit 1949 statt und entlastet seitdem den deutschen Ölimport. 
Wie alle Magie hat natürlich auch unser Stein der Weisen seine dunkle Seite. Alle Ölreserven sind letztlich nur endlich, das heißt, wir müssen mit diesem kostbaren Gut sparsam umgehen. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass das Verbrennen fossiler Energieträger klimaschädlich ist oder angesichts der Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll. Daher gehört es sicherlich zu den drängenden Aufgaben unserer Zeit, diesen Stein der Weisen auf eine möglichst nachhaltige und verantwortungsvolle Weise zu verwenden, damit wir ihn noch lange nutzen können.  

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Autor

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
Ordeniederung 1
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Organisation

Int. Naturpark Bourtanger Moor - Veenland e.V.
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