GES027 - Der Mammut im Moor

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Moor Naturpark Geopark Naturpark Moor/Veenland

Der Ottomeyer-Pflug und die Erschließung des Moors

Weite Flächen Norddeutschlands waren noch bis ins 19. und 20. Jhd. von großen Hochmooren bedeckt. Aufgrund seiner unwegsamen Beschaffenheit sperrte sich diese Landschaftsform lange gegen die Erschließung durch den Menschen. Entsprechend häufig kam eine Nutzung nur in ihren Randbereichen in Betracht. Sobald die Bevölkerung jedoch mehr und mehr zunahm, erhöhte sich der Druck, auch Moorflächen zugänglich zu machen für Siedlung und Bebauung. Aus sehr mühsamen Anfängen heraus entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten immer effektivere und technisch ausgefeiltere Möglichkeiten, das Moor zu entwässern und in landwirtschaftliche Fläche umzuwandeln.
 
Im Jahr 1950 verabschiedete der Bundestag den „Emslandplan“. Infolgedessen ging man daran, die hiesigen, noch immer sehr großflächigen Moorgebiete zu erschließen. Die Firma Ottomeyer aus Bad Pyrmont entwickelte zu diesem Zweck eine Reihe von speziellen Moorpflügen. Sie waren so konstruiert, dass die Pflugschar tief in den Boden eindrang und damit die unteren Schichten, die den Abfluss des Wassers beeinträchtigten, durchbrach. Gleichzeitig wurden durch den Pflug Sand- und Torfschichten miteinander vermischt und es entstand eine „Sandmischkultur“, die quasi von einem Moment auf den anderen als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden konnte. Was die alten Moorkolonisten noch in generationsübergreifender Handarbeit bewerkstelligt hatten, wurde auf diese Weise in ungleich kürzerer Zeit möglich.

Um eine Moorfläche zu erschließen, wurden zunächst Gräben gezogen, um eine erste Entwässerung zu gewährleisten, dann wurden sogenannte Lokomobile zu beiden Seiten des Feldes aufgebaut. Die Lokomobile haben nicht umsonst eine Klangnähe zur Lokomotive. Sie war nämlich eine fahrbare, mit Kohle befeuerte Dampfmaschine, bei der es allerdings nicht um Bewegung ging, sondern um Kraftübertragung. Der Moorpflug wurde mit schweren Drahtseilen zwischen die Lokomobilen gespannt und auf diese Weise hin- und hergezogen. Da der Pflug zu beiden Seiten eine Pflugschar hatte, musste er nicht gewendet werden, sondern nur gekippt. Die Lokomobilen bewegten sich abgestimmt langsam voran, sodass letztlich eine Furche nach der anderen gezogen werden konnte.
Der größte Pflug dieser Art, der sogar mit 4 Lokomobilen betrieben werden musste, trug den bezeichnenden Namen „Mammut“. Er steht heute im Emsland Moormuseum in Geeste-Groß Hesepe und kann dort bestaunt werden.

Die Moorerschließung nach dem 2. Weltkrieg ist in seiner Bedeutung für das Emsland kaum zu überschätzen. Sie brachte nicht nur einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern verbesserte auch in vielfacher Weise die Lebensmöglichkeiten der Menschen dort.

Auf der anderen Seite ist man sich mittlerweile sehr bewusst, was für ein wertvolles Naturerbe die übriggebliebenen Moorflächen darstellen. Entsprechend vielfältig sind die Bemühungen, sie im Rahmen von Natur- und Landschaftsschutzmaßnahmen auch in Zukunft zu erhalten.

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Autor

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
Ordeniederung 1
D-49716 Meppen

Organisation

Int. Naturpark Bourtanger Moor - Veenland e.V.
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