HAR039 - Sandwelle

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49733 Haren (Ems)

Geopark Naturpark Moor/Veenland

Die Ems – ihre Entstehung und die Emsdünen 

Sand! Sand! Und nochmals Sand! – Ja, den gibt es hier an der Ems geradezu massenhaft! Dabei ist er genau genommen gar kein Einheimischer, sondern ein Zugezogener, er stammt nämlich aus Skandinavien. Warum diese skandinavischen Sandmassen hier herumliegen, hat mit der Eiszeit zu tun, genauer mit den Saale-Eiszeiten. 

Weit im Norden Skandinaviens bildete sich mehr und mehr Eis, das sich immer weiter Richtung Süden schob. Man darf sich die vorrückenden Eisgletscher jedoch nicht als etwas Statisches vorstellen, sondern es bildete sich an ihrem Ausgangspunkt fortlaufend neues Eis, das sich auf den Weg nach Süden machte, um schließlich nach einer Reise von tausenden von Kilometern am Rand der Gletscherzone wieder zu schmelzen. Auf diese Weise wirkten die Gletscher ähnlich wie sehr sehr langsame, aber mächtige Fließbänder, die, während sie sich über den Untergrund schoben, fortwährend Stein und Geröll mit sich führten, um sie letztlich zu einem Gutteil zu zerreiben - und zwar unter anderem zu Sand. 

Die eiszeitlichen Gletscher türmten damals die Lingener Höhe auf, dazu die Ankumer Höhe, die Dammer Berge und den Brelinger Berg, nördlich von Hannover - allesamt keine echten Berge, da sie nicht aus Gestein, sondern nur aus Sand und Geröll bestehen. Alle diese aufgeworfenen Höhen sind sog. Stauchmoränen. Sie entstanden, als das immense Gewicht der vorrückenden Gletscherspitze die Schichten tief im Erdreich nach oben schob. Dies ist vergleichbar, als würde man mit dem Fuß oder dem Staubsauger etwas zu fest über einen Teppich gleiten und diesen dabei auffalten, mit dem Unterschied, dass die Auffaltung hier mehrere zehner bis hunderte Meter beträgt. Nach der Auffaltung überfuhren die Gletscher diese Höhen und drangen letztendlich bis in die Gegend von Düsseldorf und Kleve vor, also noch einmal gut 200 km südlich von hier.

Als die Gletscher sich endlich wieder zurückzogen, hinterließen sie nicht nur haufenweise Sand und Geröll, sondern auch Massen von Schmelzwasser, die von Flüssen abtransportiert wurden, die sich nun am Rande der Gletscher bildeten. Da das Wasser heute wie damals immer bergab floss, bahnte sich das, was einmal die Ems werden sollte, seinen Weg Richtung Norden, wo es allerdings noch nicht in die Nordsee floss, da diese noch längst nicht existierte. 

Die vielfach verzweigten nordwärts strömenden Wassermassen nahmen einen Teil des eiszeitlichen Geröllschutts wieder mit, und zwar – Sie werden es erraten haben - in Form von Sand. Auf diese Weise formte sich an der Ems die Landschaft: ein weites, flaches Flusstal mit sandigem Grund. 

Seit den Eiszeiten gab es noch eine weitere landschaftsformende Kraft, nämlich den Wind, genauer: den Westwind. Er warf den Sand am Ostufer der Ems zu Dünen auf, deren Überreste wir hier heute noch sehen. 

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Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
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