Der Moorfrosch
Es war einmal ein Frosch. Aber nur welcher Frosch? Sie sehen sich zum Teil so schrecklich ähnlich! Da gibt es die sogenannten Braunfrösche: den Grasfrosch, den Springfrosch oder auch den Moorfrosch. Alle recht klein, zwischen 5 und 8 Zentimetern lang, alle meist gefleckt und alle haben einen dunkelbraunen Schläfenfleck hinter den Augen. Aber nur einer von ihnen macht sich im Jahr 2025 dazu auf, zu besonderen Ehren aufzusteigen!
Es gibt einige Hinweise, woran man diesen besonderen Frosch, den Moorfrosch, erkennen kann. Er hat eine recht spitze Schnauze und das gut erkennbare Trommelfell innerhalb des Schläfenflecks ist vergleichsweise klein. Und da er dem sauren Moorwasser weit besser angepasst ist als die gesamte sonstige Braunfroschverwandtschaft, ist die Chance, ihn in ausgemacht mooriger Umgebung anzutreffen, nicht ganz so schlecht. Aber genau da ist auch sein Problem. Wie alle Lebewesen, die auf diese spezielle Umgebung angepasst sind, braucht er das Moor als Lebensraum, sonst stirbt er aus. Und da wir nur noch allerletzte Reste intakter Moorgebiete in Deutschland haben, ist der arme Kerl bei uns tatsächlich vom Aussterben bedroht.
Wenn es Frühjahr wird, dann macht unser Moorfrosch allerdings gar keinen so bemitleidenswerten Eindruck. Und just in dieser Zeit kann man ihn von seinen Gattungsgenossen besonders gut unterscheiden, zumindest die männlichen Exemplare, denn sie werden für ein paar Tage leuchtend blau! Dazu beginnen sie sich zu Chören zu sammeln, die einen aufgeregten blubbernden Gesang anstimmen. Überhaupt ist die gesamte Gesellschaft in dieser Zeit sehr munter unterwegs und im Fortpflanzungsfieber. Während sie ein Männchen auf dem Rücken trägt, bringt das Weibchen im Wasser einen Laichball von 500-2000 Eiern hervor, dessen Befruchtung sich das Männchen nun mit Ausdauer und Begeisterung befleißigt. – Haha, und da gibt es Leute, die glauben, dass der Frosch scharf darauf wäre, nur eine einzige Prinzessin zu küssen! Ist ja lächerlich!
Dem befruchteten Laich wächst bald ein flossenartiger Schwanz, mit dem er sich zukünftig im Wasser fortbewegt. Er ist zur Kaulquappe geworden, die, wenn sie nicht vorher einem Molch oder einer Libellenlarve in die Fänge gerät, zum Frosch wird, der nur zur Balzzeit in das Wasser seiner Geburt zurückkehrt.
Aber wir sprachen ja davon, dass unser Moorfrosch zu besonderen Ehren aufgestiegen ist: Es war keine Hochzeit mit der Prinzessin, wie wir schon festgestellt haben, und es war keine Krönung, nein, es war stattdessen eine besondere Auszeichnung, denn unser Moorfrosch wurde 2025 zum Lurch des Jahres gekürt!