WTM013 - Tierische Landschaftspfleger

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49835 Wietmarschen

Naturpark Moor/Veenland Moor Naturpark

Tierische Landschaftspfleger

In den letzten 200 Jahren sind im gesamten norddeutschen Raum riesige Moorgebiete trockengelegt worden. Da die Bevölkerung um ein Vielfaches anwuchs, war es wichtig, Möglichkeiten für eine Binnenkolonisation zu schaffen. Aus Moorgebieten wurden Ackerflächen.

Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich dagegen das Bewusstsein eingestellt, dass das Moor auch ein hochspezialisierter Lebensraum für viele seltene oder vom Aussterben bedrohte Tierarten ist. Zudem ist mittlerweile die Erkenntnis gewachsen, dass das Moor in Bezug auf den Klimaschutz eine eminent wichtige Rolle spielt. Ein lebendiges Moor speichert deutlich mehr Kohlenstoff als eine gleich große Waldfläche. Ein trockengelegtes Moor produziert dagegen sogar CO2, denn alles Material wie Torf oder Holz, das im nassen Moor aufbewahrt wurde, zersetzt sich nun und gelangt in die Luft. Folgerichtig ist es wichtig, die noch übriggebliebenen Moore streng zu schützen und die Areale, die dazu geeignet sind, wiederzuvernässen.  

Renaturierung bedeutet jedoch nicht, nur einfach im Moor das Regenwasser zu stauen und dann zu glauben, das Wesentliche sei getan. Um ein Moor wirklich wiederzubeleben, ist es notwendig, das Zusammenspiel von Fauna und Flora wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Und genau da kommen unsere vierbeinigen Landschaftspfleger ins Spiel!
Hier im Dalum-Wietmarscher Moor werden Schnucken und Ziegen gehalten. Die Moorschnucken sind besonders kleine und damit auch leichte Schafe, die selbst bei weichem Boden nicht so schnell einsinken. Darüber hinaus kommen ihre Klauen mit dem feuchten Untergrund vergleichsweise gut zurecht. Sie fressen Gräser und Kräuter, z.B. das Pfeifengras, das sich gerne im feuchten Milieu ausbreitet und damit Pflanzen verdrängt, die für die Renaturierung des Hochmoores notwendig sind.

Darüber hinaus zeichnen sich die Ziegen, die einer niederländischen Züchtung entstammen, dadurch aus, dass sie besonders anspruchslos sind und selbst mit knietiefem kühlem Wasser zurechtkommen. Gerne fressen sie junge, frischgewachsene Bäume oder deren Triebe. Das hält den Bestand der Moorbirken im Zaum, was besonders wichtig ist, da diese Bäume dem Moor sehr viel Wasser entziehen.

Dadurch, dass die Tiere den Bewuchs insgesamt kurz halten, tragen sie darüber hinaus dazu bei, viele bedrohte Vogelarten zu erhalten. Das gilt insbesondere für bodenbrütende Wiesenvögel, die nicht im Schatten hoher Bäume nisten mögen.

Seit 2010 verpachtet die Staatliche Moorverwaltung die als Weiden ausgewiesenen Flächen an einen Schäfer. Anfangs waren es 380 Hektar. Der derzeitige Stand beläuft sich bereits auf 1200 Hektar. Das ist eine Fläche so groß wie über 1500 Fußballfelder, die mittlerweile unter der Obhut unserer vierbeinigen Landschaftsschützer stehen!

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Autor

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Veenland
Ordeniederung 1
D-49716 Meppen

Organisation

Int. Naturpark Bourtanger Moor - Veenland e.V.
Ordeniederung 1
49716 Meppen